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Tolle Stimmung beim Kappenabend

Von Anfang an herrschte eine prima Stimmung bei der traditionellen Kappensitzung des TSV am 3. Februar in der Christoph-Bär-Halle. Der Saal war voll besetzt und das Publikum gut drauf. Sogar der "Lasso-Test", den Sitzungspräsident Holger Hanika beim Einmarsch des Elferrates startete, bestand das närrische Publikum.

Als Eisbrecher gingen die Streitgickel Clemens Klink und Annette Friedrich in die Bütt. Als "altes Ehepaar" gaben die beiden ihre Schwierigkeiten miteinander zum Besten. Viel Applaus war der Lohn für diesen gelungenen Vortrag.

Die "Golldies" waren das erste Mal in dieser Zusammensetzung auf der Bühne und zeigten ausdrucksstark, schön geschminkt und elegant einen "Pop-Mix". Ohne Zugabe durften die Tanz-Mädels die Bühne nicht verlassen.

Nach der Begrüßung der Ehrengäste (Bürgermeister, erster Vorsitzender und Vertreter der Kirche) brillierte Nachwuchsredner Theo Toigo mit seinem Vortrag als von der U-Plus-Garantie betroffener Schüler, dem die Lehrer vergeblich versuchen, Mathe beizubringen und stattdessen Kirchenlieder üben. Bereits das dritte Mal begeisterte der Nachwuchsredner mit einem Vortrag, der vom Publikum mit viel Beifall honoriert wurde.

Immer wieder für Überraschungen gut ist die Tanzgruppe "Quärbeet". Zum Hit "Car Wash" zeigten die 9 Damen eine schöne Choreographie und einen tollen Tanz - die Zugabe wurde auch hier lautstark gefordert und gerne gegeben.

Als "Goller Zwerg" betrat Idol Ralf Schuchmann die Bühne - seit über 2 Jahrzehnten hat er immer wieder neue Ideen und versteht es wunderbar, das Publikum zum Lachen und Mitsingen zu animieren. Dieses Mal erklärte der Zwerg - bei dem natürlich alles etwas kleiner ist als bei anderen Menschen - moderne Varianten der Märchen der Gebrüder Grimm wie Schneewittchen, Rotkäppchen und Hänsel und Gretel. Neu war dem Publikum, dass das Schneewittchen in Weiterstadt wohnte und neuerdings bei den sieben Zwergen auf der Mülldeponie in Büttelborn eine neue Heimat gefunden hat.

Eine besondere Ehre wurde unserem "Präsi" Holger zuteil: Geraldine Toigo ehrte das aktive Fastnachtsmitglied für 25 Jahre Mitwirken in der Goller Fastnacht, u.a. als Sänger, Tänzer, Zeremonienmeister und nicht zuletzt das Amt des Präsidenten. Sichtlich gerührt nahm Holger den Ehrenorden, den Beifall und die "Rakete" der Narren und natürlich auch die Küsschen der Zeremonienmeisterinnen entgegen.

Ein Hit im wahrsten Sinne des Wortes waren die "Riedsirenen". Dieses Gesangstruppe betrat letztes Jahr zum ersten Mal die "Bretter, die die Welt bedeuten" in Golle und gaben einige Schlager der 70er Jahre zum Besten. Das närrische Publikum stimmt gleich mit ein und sorgte für eine tolle Atmosphäre im Saal. Die "Roten Lippen", "Anita" und "Moskau" werden einigen Fastnachtern noch lange im Ohr bleiben.

Ihr Leid als Leben einer Hausfrau klagte Ellen Pippert. Mit ihrer exakten Beschreibung des Alltages und ihrer anstrengenden und auch nervigen Arbeit traf sie auf viel Zustimmung - besonders beim weiblichen Publikum. Präsi Holger freute sich, dass Ellen schon im dritten Jahr als Rednerin dabei ist und überreichte ihr - wie auch allen anderen Mitwirkenden - den echten "Goller Button".

Pep und Farbe kam auf die Bühne als die "Aerobinen" mit Rasterzöpfen, Sonnenbrillen und passendem Outfit zu "Revolution in Paradise" einen Tanz auf den Stepbords hinlegte, bei dem sofort der Funke auf das närrischen Publikums übersprang. Die geforderte Zugabe war auch hier keine Überraschung.

Ihr Debüt bei der Goller Fastnacht hatte Tanja Zimmermann - als echte Hessin gab sie dem Publikum Sprachunterricht in "Hessischem Dialekt", klärte manche Missverständnisse auf und erntete viel Applaus für diesen einmaligen Vortrag. Sie machte deutlich, wie einfach sich Hessen ausdrücken können - und wie kompliziert doch die deutsche Sprache ist. Der Präsident brachte den Wunsch zum Ausdruck, diese Rednerin auch im nächsten Jahr wieder begrüßen zu können.

Ein feste Institution sind die GOLLER BUWE unter der Leitung von Geraldine Toigo.

8 "schöne Männer" bewegten sich gekonnt zum Rhythmus von "Y.M.C.A." und hatten besonders die weiblichen Fans auf ihrer Seite. Für 11jährige aktive Fastnacht wurden hier Rainer Kleinböhl, Gregor Reim, Werner Hartung und Thomas Baumann geehrt.

Als "unverstandener Mann" informierte Clemens Klink zu vorgerückter Stunde über seine Probleme mit dem weiblichen Geschlecht, der Trinkerei und die "GENE" der Männer und Frauen. Auch Verbesserungsvorschläge in Form von speziellen Salben und Cremes zum längeren Ausharren der Damenwelt in der Küche gab er bekannt. Clemens ist ebenfalls ein Idol der Goller Fastnacht - sowohl im Zwiegespräch als auch beim Solo - und verbreitet seinen unwiderstehlichen Charme bei jedem seiner Vorträge.

Ein Highlight zum Schluss bildeten die "Young Girls On Stage" mit ihrem Tanz zu "Sister Act". In Anlehnung an das diesjährige Jubiläum (400 Jahre Kirche in Goddelau) traten sie als Nonnen auf und wirbelten dann in goldenen Kleidern zu fetziger Musik über die Bühne. Die Idee und die Choreographie haben die 8 jungen Damen selbst entwickelt und trafen voll den Geschmack des närrischen Publikums, das begeistert Applaus spendete.

Nach dem anschließenden Finale, bei dem alle Mitwirkenden noch einmal auf die Bühne gerufen wurden, bedankte sich der Präsident bei dem tollen Publikum, den Mitwirkenden, allen Helfer, den Sponsoren, den Zeremonienmeisterinnen Ina und Aline, den Büttenschiebern Christian I und Christian II und der Band Soundwave und wünschte allen einen guten Nachhauseweg.

Der Abend war längst noch nicht zu Ende, viele schwangen das Tanzbein noch bis in die früheren Morgenstunden und alle waren sich einig, dass es eine schöner Kappenabend war, und dass sich alle Mühe und Vorbereitungen immer wieder lohnen, um mit dem närrischen Publikum eine schöne Fastnacht zu feiern.

Von Mathe, Kirchenliedern und Genen

Ried-Echo vom 5.2.2007

Kappensitzung: TSV Goddelau begeistert vor ausverkauftem Saal mit einem amüsanten, abwechslungsreichen Programm

GODDELAU. Gespannt warteten am Samstagabend die Goddelauer Narren auf den Narhalla-Marsch, mit dem der Elferrat die Kappensitzung des TSV einleitete. Die elf närrischen Räte gingen aber nur bis zur Saalmitte in Reih und Glied, teilten sich dann zum stimmungsvollen "Lasso-Lied" - die Zuschauer tanzten und sangen mit. Bei der Begrüßung freute sich Sitzungspräsident Holger Hanika über den ausverkauften Saal und hieß die Ehrengäste willkommen.

In der ersten Büttenrede spielten Annette Friedrich und Clemens Klink zwei Streit-Gickel. Als altes Ehepaar lagen sie dauernd im Clinch, nörgelten an Figur, Kleidung und anderen Gewohnheiten des Partners. Die "Golldies", Mädels zwischen zwölf und 14 Jahren, begeisterten das Publikum in rassigen Outfits mit einem Pop-Mix-Tanz.

Theo Toigo, mit 13 Jahren der jüngste Redner in der Bütt, ließ sich über den modernen Schulalltag aus. Die Unterrichtsgarantie-Plus aufs Korn nehmend, wetterte er über Lehrervertretungen, die keine Ahnung von Mathe haben und daher lieber Kirchenlieder singen. Die neun Damen der Gruppe "Quärbeet" überraschten die Zuschauer mit tollen Choreographien. In Blaumännern warfen sie zu "Car Wash" Schwämme in die Menge.

Ralf Schuchmann, seit mehr als 22 Jahren aktiver Fastnachter, trat als Zwerg an. Er erzählte alte Kindermärchen mit starker Verbundenheit zum Ried: Hänsel und Gretel etwa verliefen sich von Leeheim aus im Wald; Schneewittchen lebte eigentlich in Weiterstadt und trieb den sieben Zwergen auf der Büttelborner Mülldeponie das Playboylesen aus. Und die Stadtmusikanten flüchteten aus der Stadt ins idyllische Ried, doch geholfen hat es nichts: Seit zwei Wochen leben sie schon wieder in der Stadt.

Auch Sitzungspräsident Hanika nutzte die Stadtwerdung als Schmankerl bei seinen Überleitungen. Bevor sich die erste Sitzungshälfte dem Ende neigte, ergriff Geraldine Toigo im Namen des Turn- und Sportvereins die Gelegenheit und ehrte Hanika für 25 Jahre als aktiver Fastnachter, in denen er zweieinhalb Mal den Goller Sitzungspräsidenten gab. Das Publikum dankte ihm mit einer Rakete.

Zum zweiten Mal bei der Goller Fastnacht glänzten die Ried-Sirenen mit Gesang aus den goldenen Siebzigern. In Nostalgie-Outfits sangen sie Ohrwürmer wie "Moskau", "Anita" oder "Rote Lippen muss man küssen". Ellen Pippert glossierte in ihrer Büttenrede das Leben einer Hausfrau und zeigte, dass dieser Job mehr ist, als nur die übliche Beherrschung des Chaos.

Im knalligen Reggae-Dress tanzten die "Aerobinen" auf Stepboards zu "Revolution in Paradise". Tanja Zimmermann gab - als Debütantin in der Goller Bütt - dem Publikum selbstbewusst Unterricht im hessischen Dialekt. Die Narren wissen nun, dass "Bibo" ein Bienenbein ist, "Bobbelsche" ein Baby und mit "Geil" edel Pferde gemeint sind. Das Männerballet der "Goller Buwe" amüsierte die Zuschauer mit einer schwungvollen Choreografie zum "Village People"-Hit "YMCA". Rainer Kleinböhl, Gregor Reim, Werner Hartung und Thomas Baumann aus den Reihen der "Buwe" nahmen Orden für elf Jahre aktive Fastnacht entgegen.

Zum zweiten Mal an diesem Abend kam Clemens Klink als unverstandener Mann in die Bütt. Besonders seine Erörterung männlicher und weiblicher "Gene" verursachte wahre Lachsalven: Männer wollten nie heimge(h)n, stattdessen lieber etwas trinken ge(h)n, und Frauen müssen den Männern immer auf die Nerven ge(h)n.

Als Glanzlicht zum Schluss betraten die acht "Young Girls on Stage" die Bühne. In Anlehnung an die 400-Jahr-Feier der evangelischen Kirche waren sie als Nonnen verkleidet. Während ihres Tanzes à la "Sister Act" ließen sie die Kutten fallen und rockten schließlich im goldenen Kleidchen über die Bühne.

Zum Finale traten alle Aktiven noch einmal auf die Bühne und beendeten das offizielle Programm mit einer Polonaise. Von nun an unterhielt die Band "Soundwave", die bereits den ganzen Abend mit Faschings- und Stimmungsliedern ausgeschmückt hatte.

Letzte Aktualisierung: 25.10.2017