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Der Bär tobt in der Christoph-Bär-Halle

Endlich war es wieder so weit: am Samstag hielt der Elferrat mit seinem neuen Präsidenten Michael Toigo pünktlich um 19.33 Uhr Einzug in die närrisch geschmückte Christoph-Bär-Halle - begleitet von den beiden Zeremoniemeisterinnen Jenny Müller und Michele Koch und der Tanzgruppe Power Girls.

Als Bahnenbrecher betrat ein "Fastnachtsweihnachtsmann" (Clemens Klink) die Bühne. Weihnachtlich gekleidet und fastnachtlich orientiert brachte er den Elferrat in Schwung und ließ das närrische Publikum einen "Fastnachtseid" schwören und es blieb letztendlich die Frage offen, ob er nun "Weihnachtsmann" oder "Fastnachter" ist.

"Saturday Night Fever" brachten die Power Girls mit. Diese junge Tanzgruppe hatte zum ersten Mal einen großen Auftritt bei einer Kappensitzung und konnte stolz sein, diesen sehenswerten Auftritt trotz Lampenfieber so gut zu meistern. Eine Zugabe wurde lautstark vom Publikum gefordert und gerne gegeben.

Eine echte Protokollerin konnte der "Präsi" begrüßen. Andrea Burrichter - kein unbekanntes Gesicht in Golle - glossierte gekonnt das politische Geschehen, die Weltpolitik und auch das örtliche Geschehen. Sie überzeugte die Narren davon, dass es besser ist, per Fahrrad über die Äcker nach Golle einzureisen, wenn so große Feste wie "400 Jahre Kerb" gefeiert wird und erntete für diesen tollen Vortrag viel Applaus.

Mit "Let's Get Loud" und einem Einmarsch quer durch den Saal begeisterte die Tanzgruppe Golldies. Mit viel Schwung und akrobatischen Showelementen zeigten diese jungen Damen im Alter von 14 Jahren einen fetzigen Tanz und durften die Bühne ohne Zugabe nicht verlassen.

Was eine Stewardess so alles erlebte glossierte Büttenneuling Jennifer Maul. Zustimmung fand sie bei den Narren vor allem dafür, wie mit anstrengenden Fluggästen vorgegangen wird: sie werden einfach über dem Nachbarort Wolfskehlen aus dem Flieger geworfen. Auch dies war ein Super-Vortrag, den die Narren mit viel Beifall honorierten.

Eine Apres-Ski-Party feierten die "Riedsirenen" - 13 im Skifahreroutfit ausgerüstete Sänger gaben "7 Sünden" zum Besten. Bei dem "Stern, der Deinen Namen trägt" standen die Narren auf Tischen und Bänken und sangen begeistert mit.

Der neue Präsident des Elferrates konnte viele Akteure für ein närrisches Jubiläum ehren, er dankte den aktiven Fastnachtern für jahrelanges Engagement und verlieh den Damen mit einem Küsschen einen Sonderorden (Andrea Reim, Kirsten Kleinböhl, Eva Hahn, Jessica Matern, Mareike Hefermehl, Elke Halla, Carina Hahn). Kein Küsschen - aber ebenfalls einen Sonderorden bekamen hier auch Martin Schulz und Pasquale Gulino.

Mit einem lachendem und einem weinenden Auge wurde Wilhelm Spengler verabschiedet. Der gute Geist der Fastnacht war immer da, wenn man ihn brauchte und zeichnete sich insbesondere für die jährliche Neugestaltung des Bühnenbildes aus.

Ein echter Knaller als Büttenredner ist Theo Toigo. Als Spross einer fastnachtlich verrückten Familie glossierte er die Probleme eines mitten in der Pubertät steckenden Teenagers derart überzeugend, dass das Publikum tobte. Geplagt von Pickeln, nicht vorhandenem Bartwuchs und Berührungsängsten mit den Mädels war sein Vortrag gespickt von echten Highlights. Bereits seit 4 Jahren ist Theo als Redner in der Bütt - mit seinem jugendlichen Alter von 14 Jahren bereits jetzt ein Fastnachtsvollblut.

Perfekt gestylt und in passendem Outfit brachte die Tanzgruppe Aerobinen mit ihrem "Rock Me Like A Hurricane" Schwung auf die Bühne. Auf ihren Steppbords zeigten sie, wie viel Temperament in ihnen steckt.

Direkt aus dem Paradies kamen "Adam und Eva" (Clemens Klink und Annette Friedrich). Schon die spärliche Bekleidung - besonders von Adam - erfreute die Narren. Bei dem Wortgefecht "Mann gegen Frau" blieb ungeklärt, ob es nun besser ist, Mann oder Frau zu sein. Viel Applaus gab es auch für diese beiden "Spezialisten".

Die Tanzgruppe Quärbeet präsentierte eine tolle Tanzshow als Piraten. Passend gekleidet mit schmissigen "Piratenliedern" brachten sie das Flair der Seeräuber auf die Bühne. Erwähnt werden sollte hier, dass die Gruppe keinen Trainer hat sondern selbst die Tänze entwickelt und immer wieder neue Ideen umsetzt.

Eine Gummipuppe (Tanja Zimmermann) aus dem Laden der Beate Uhse klagt ihr Leid und ihre Freuden mit ihrem Dasein als solche. Sie sollte zum Sperrmüll aussortiert werden, konnte aber die Narren davon überzeugen, dass sie nach Reparatur der rissigen Stellen, Lifting und Schönheitsfarm doch noch die Männerwelt erfreuen kann. Ein Super-Vortrag, der trotz später Stunde das Publikum begeisterte.

Fetzig wurde es beim Auftritt der Young Girls On Stage. Diese Tanzgruppe besteht seit 14 Jahren und fegte mit einem Hitmix von Rock'n'Roll-Liedern über die Bühne, ließ die Kleider fallen und gefiel mit Tanz, Ausstrahlung und Ideenreichtum.

Immer wieder für eine Überraschung gut ist Büttenass Ralf Schuchmann. Als echte Goller "Schnoog" (Schnake) schwebte er von der Empore der Halle an einem Drahtseil über die Köpfe des Publikums hinweg auf die Bühne. Mit einem fesselnd-lustigen Vortrag klärte er die Narren über die Probleme der "Schnooge" auf, so z. B. die "Goller Skyline", der Umzug seiner Schnakenfamilie von Erfelden nach Golle, der Wechsel vom Volkspark ins Schwimmbad und die Blutarmut mancher weiblicher Geschöpfe. Ein genialer Vortrag dieses echten Goller Fastnachters, der eigentlich durch nichts mehr zu toppen ist. Die Rakete für die "Schuchi- Schnake" hatte er sich mehr als verdient.

Einen tollen Schlusspunkt setzte die Männertanzgruppe "Goller Buwe". Diese Gruppe von schönen und schlanken Männern (Trainerin Geraldine Toigo) riss das Publikum mit dem "Karneval in Rio" von den Stühlen, ließ die Hüllen fallen und begeisterte so nicht nur die weiblichen Fans - einfach klasse!

Nach dem großen Finale konnte noch lange zu den Klängen der Kapelle "Sound Wave" das Tanzbein geschwungen werden.

Der neue "Präsi" Michael Toigo hat seine Aufgabe mit Bravour gemeistert und ist stolz darauf, dass das Programm, der Auf- und Abbau und auch die Bewirtung ausschließlich mit TSV-Mitglieder und Leuten, die dem TSV verbunden sind, gemeistert werden kann - das zeigt auch die Anzahl der 95 Akteure auf der Bühne. Zum Schluss dankte Michael Toigo noch allen Sponsoren und allen Helfern vor und hinter der Bühne, ohne die eine solche Veranstaltung gar nicht möglich wäre.

Fastnacht: Michael Toigo feiert beim Kappenabend des TSV Goddelau sein Debüt als Sitzungspräsident

GODDELAU. Ralf Schuchmann hat in der Goddelauer Fastnacht schon oft durch kreative, zuweilen auch skurrile Einfälle von sich reden gemacht. Am Freitagabend aber, beim Kappenabend des TSV Goddelau, übertraf er wohl alles Dagewesene. Von der Empore der Christoph-Bär-Halle glitt er, verkleidet als "Goller Schnook" (Goddelauer Schnake), an einem zur Bühne gespannten Seil über die Köpfe des Publikums hinweg. Nachdem Schuchmann auf solch spektakuläre Weise den sonst üblichen Einmarsch zum Einflug gemacht hatte, stieg er in die Bütt, um den 400 Besuchern über die Probleme einer hiesigen Stechmücke zu erzählen. So erschwere die Blutarmut mancher weiblicher Geschöpfe das Schnakenleben doch sehr.

Ebenso bravourös meisterte Michael Toigo seine erste Sitzung als Elferrats-Präsident. Freilich ist er kein Neuling, wirkt er doch schon seit mehr als 15 Jahren in der TSV-Karnevalsabteilung, vor allem im Jugendausschuss. Überhaupt ist die gesamte Familie Toigo närrisch aktiv, darunter der Sohn des Sitzungspräsidenten, Theo Toigo. Der Vierzehnjährige, bereits seit vier Jahren als Redner in der Bütt, glossierte das Dasein eines pubertierenden Jugendlichen. Während sich Jungs in diesem Alter dem anderen Geschlecht zuweilen etwas unsicher näher, erlebt die von Tanja Zimmermann in den Mittelpunkt gerückte Gummipuppe viel zu viel Liebe - bis zur Materialermüdung. Um dem Sperrmüll zu entgehen, müssen bei der Puppe rissige Stellen repariert, durch Lifting und Beautyfarm allerlei Schönheitsmakel korrigiert werden.

Zur Aufforderung "Let's get loud" bewegten sich die 14 Jahre jungen Tänzerinnen der "Golldies". Eine Premiere erlebten auch die "Power Girls", eine Gruppe von zehn bis elf Jahre alten Tänzerinnen, die erstmals bei der Kappensitzung auftraten. Das Ensemble tanzte zum Musical-Hit "Saturday Night Fever".

Als Neuling in der Bütt schilderte Jennifer Maul die turbulenten Erlebnisse einer Stewardess. Wer sich über den Wolken nicht benehmen kann, wird einfach über Goddelaus ungeliebtem Nachbarort Wolfskehlen aus dem Flugzeug geworfen.

In jenem Wolfskehlen wohnt Riedstadts Bürgermeister Gerald Kummer, der sich im Protokoll von Andrea Burrichter einiges anhören musste. Noch gar nicht lange her ist Weihnachten. Da liegt es nahe, gleich das Christenfest mit der Narretei zu vereinen: Clemens Klink trat deshalb als "Fastnachtsweihnachtsmann" auf.

Die Figuren, die Clemens Klink und Annette Friedrich verkörperten, würden dagegen jetzt frieren. Das Zwiegespräch drehte sich nämlich um Adam und Eva. Wobei Klink und Friedrich ihren witzigen Geschlechterkampf, wie es ihre Rollen als erste Menschen verlangten, in spärlicher Bekleidung bestritten.

Temperamentvoll, wie es der stürmische Titel ihres Begleitsongs "Rock me like a hurricane" von den "Scorpions" versprach, wirbelte die Tanzgruppe "Aerobinen" über die Bühne. Als Piraten traten die neun Tänzerinnen von "Quärbeet" auf, die eine Choreographie zu schmissigen Weisen aus dem Film "Fluch der Karibik" zeigten. Einen nicht minder großen Wirbel veranstalteten die "Young Girls On Stage" auf der Bühne. Die acht jungen Frauen im Alter von 21 und 22 Jahren, die seit 14 Jahren zusammen tanzen, hatten Rock'n'Roll-Hits als Begleitthemen gewählt. Ehe zum großen Finale alle 95 Aktiven, die das Programm gestalteten, auf die Bühne kamen, ließen die Männer der Tanzgruppe "Goller Buwe" bei ihrem "Karneval in Rio" (fast) alle Hüllen fallen.

Für musikalische Unterhaltung beim Kappenabend sorgte die Band "Soundwave".

Der TSV nutzte die Sitzung zudem, um einige Aktive für ihr närrisches Jubiläum zu ehren. Seit elf Jahren engagieren sich Andrea Reim, Kirsten Kleinböhl, Carina Hahn, Eva Hahn, Jessica Matern, Mareike Hefermehl, Elke Halla, Martin Schulz und Pasquale Gulino, wofür der Sitzungspräsident sie mit einem Sonderorden auszeichnete. Eine große Würdigung seiner Verdienste (unter anderem die alljährliche Gestaltung des Bühnenbildes), gleichwohl Bedauern für seinen Rückzug aus dem Aktivendasein, erfuhr Wilhelm Spengler bei seiner Verabschiedung. "Der gute Geist der Fastnacht", wie ihn TSV-Pressesprecherin Petra Knöß charakterisiert, "war immer da, wenn man ihn brauchte."